Münze Deutschland passt Feingehalte bei Silbermünzen an
Nachdem die Münze Deutschland im Dezember 2025 bereits eine Anhebung der Nennwerte für Silbermünzen mit hohen Feingehalten angekündigt hatte, folgt nun eine Anpassung des Silbergehalts der deutschen Sammlermünzen in Stempelglanzqualität. Hierbei handelt es sich um eine Entscheidung des Bundesministeriums der Finanzen aufgrund der aktuellen Entwicklungen auf dem Edelmetallmarkt. Neben der Legierung ist ebenfalls das Gewicht der Münzen betroffen. Als Auslöser für die Entscheidungen gab das BVA den zuletzt stark gestiegenen und extrem schwankenden Silberpreis an.
Angepasst werden Sammlermünzen zu 35 Euro. Diese wiesen bislang einen Feingehalt von 925/1000 auf und werden künftig einen Silberanteil von 500 Tausendstel haben. Dabei wurde das Gewicht der Münzen auf etwa 17 Gramm festgelegt. Die Reduzierung betrifft ebenfalls die 50-Euro-Sammlermünzen, die von 999/1000 auf 625 Tausendteilen reduziert werden. Ihr Gewicht wird künftig circa 21 Gramm betragen. Die Anpassung der technischen Parameter betrifft alle zukünftig erscheinenden Ausgaben in der Qualität Stempelglanz. Die Varianten in Qualität Spiegelglanz sollen jedoch unverändert in den hohen Feingehalten ausgeführt werden.
Herstellungskosten aufgrund des Silberpreises zu hoch
Bei der Änderung der Feingehalte und Gewichte handelt es sich um einen längeren Prozess, der sich bereits 2025 angekündigt hatte. So wurde zum Beispiel die für Januar 2026 geplante Ausgabe der mit Spannung erwarteten Silbermünzen 125 Jahre Wuppertaler Schwebebahn und Heilige Drei Könige 2025 auf unbestimmte Zeit verschoben.
Hintergrund ist, dass die Silbermünzen aus dem Programm der Münze Deutschland als offizielles Zahlungsmittel mit einem gesetzlich garantierten Wert ausgegeben werden. Dieser definiert sich über den aufgeprägten Nennwert. Da jedoch der Silberpreis bereits im Herbst 2025 weit über diesem Nennbetrag lag, konnten die Münzen nicht wie geplant verausgabt werden. Per Gesetz darf der Bund keine Münzen herausgeben, deren Herstellungskosten den Nennwert weit überschreiten. Gleichzeitig möchte das BMF dem Wunsch der Sammler nach werthaltigen Produkten entsprechen.
Silber-Rally als Verursacher
Lange bewegte sich der Silberpreis in einer überwiegend konstanten Seitwärtsbewegung um 20 Euro für eine Feinunze. Im Frühjahr 2024 stieg der Kurs dann kontinuierlich an und erreichte bis Herbst des Jahres die 30-Euro-Marke. Im August 2025 wurde dann auch der Schwellenwert von 40 Euro erreicht und überschritten. Von da an nahm die Silber-Rally ihren Lauf und erreichte Ende Januar 2026 einen vorläufigen Höhepunkt mit einem neuen Rekord-Allzeithoch von 97,67 Euro auf Schlusskursbasis. Geopolitische Krisen wie der Streit der US-Regierung um die Insel Grönland und ein allgemein hoher Goldpreis waren Treiber für die enorme Preisexplosion bei Silber.
Inzwischen hat der Silberkurs wieder etwas an Fahrt verloren, bewegt sich aber weiterhin auf einem hohen Niveau bei über 60 Euro. Im folgenden Chart können Sie die Entwicklung des Silberpreises über auswählbare Zeiträume verfolgen:
Silberpreis Chart - Silber-Spotkurs
Wählen Sie den gewünschten Zeitraum aus:
Nennwertanpassung der deutschen Silbermünzen erforderlich
Im Dezember 2025 gab das BMF dann seinen Entschluss bekannt, den Nennwert der deutschen Euro-Sammlermünzen aus 925er-Sterlingsilber von ursprünglich 25 auf 35 Euro anzuheben. Im gleichen Zuge wurden ebenfalls die Sammlermünzen aus 999er-Feinsilber von auf 50 Euro angehoben. Die Anhebung sollte für alle zukünftigen Emissionen gelten, einschließlich der bis dahin zurückgestellten Ausgaben.
Bereits diese Maßnahme war eine direkte Reaktion auf den stark gestiegenen Silberpreis. Dadurch sollte verhindert werden, dass die Münzen zum Gegenstand von Spekulationen auf die Preisentwicklung von Edelmetallen wurden. Gleichzeitig wollte das BMF unterbinden, dass die Ausgabe aus haushaltsrechtlichen Gründen als unzulässig eingestuft wurde.
Silbermünzenprogramm der Münze Deutschland für 2026 bestätigt
Die Münze Deutschland hat indes ein umfangreiches Programm von Silbermünzen und Goldmünzen des Jahrgangs 2026 bestätigt. Darunter sind die 35-Euro-Silbermünzen aus der Serie Prägende Frauen: »Elisabeth Schwarzhaupt«, »150 Jahre Richard-Wagner-Festspiele Bayreuth«, »125 Jahre Wuppertaler Schwebebahn«, »100 Jahre Friedensnobelpreis für Gustav Stresemann und Aristide Briand« sowie »Margot Friedländer«.
Aus der Reihe mit 50-Euro-Feinsilbermünzen erscheinen »Heilige Drei Könige (Serie Weihnachten)« und »Stille Nacht, Heilige Nacht« aus der neuen Serie Weihnachtslieder. Die Ausgabetermine sind derzeit noch nicht bekannt. Sie werden im gut sortierten Edelmetallfachhandel verfügbar sein.
Über die Münze Deutschland
Vielleicht fragen Sie sich, was das Bundesfinanzministerium mit der Münze Deutschland zu tun hat. Nun, die Münze Deutschland entwickelt und organisiert Münzgestaltungen für das Bundesverwaltungsamt (BVA) und erteilt Prägeaufträge an die deutschen Prägestätten in Berlin, Hamburg, Karlsruhe, München und Stuttgart. Das BVA wiederum ist beim Bundesministerium des Inneren und für Heimat angesiedelt. Beide Ämter unterstehen fachlich der Aufsicht durch das Bundesministerium der Finanzen (BMF).
Ihren Ursprung hat die Münze Deutschland übrigens in der »Verkaufsstelle für Sammlermünzen der Bundesrepublik Deutschland«, das seit 1967 bestand. Das Kürzel VfS dürfte insbesondere erfahrenen Sammlern noch bestens bekannt sein. Im Januar 2020 wurde die VfS dann in Münze Deutschland umbenannt und grundlegend modernisiert.
Fazit: Die Münze Deutschland hat die Sammler im Blick
Wie kaum ein anderer europäischer Staat fühlt sich Deutschland bei der Ausgabe seiner Silbermünzen mit Nominal an den Silberpreis gebunden. Dabei hat das BMF insbesondere die Sammler im Blick. Für viele von ihnen bedeuten Silbermünzen den Einstieg in die Welt der Münzsammlung und diese sollte speziell Einsteigern so einfach wie möglich gemacht werden. Ein Aufpreis wie bei Schweizer Sammlermünzen seit 2011 üblich, wollte das deutsche Finanzministerium unbedingt vermeiden. Andererseits ist es auch nicht zielführend, das Preisniveau der Münzen aufrechtzuerhalten, wenn der Materialwert das Nominal weit übersteigt. Die Münze Österreich ging bereits in der Vergangenheit einen anderen Weg, erhöhte die Preise für ihre Silbermünzen und schuf mit den motivreichen Kupfermünzen eine preiswerte Einstiegsklasse. Es bleibt abzuwarten, wie die deutschen Münzsammler auf die erheblich reduzierten Feingehalte der Silbermünzen reagieren.
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